Führung

Ein Besuch des Arboretums stellt sich unmittelbar als ein einzigartiges Erlebnis, ein Spaziergang in einem wundervollen Forst der Welt dar.

Wir sprechen in Tervuren von einem „geographischen“ Arboretum, weil die Baumgruppen nach ihrem Ursprung angepflanzt sind und nicht nach ihrer biologischen Verwandtschaft wie in einem klassischen botanischen Garten.

Jede Parzelle bildet also einen kleinen Wald verschiedener Arten, die für eine Region repräsentativ sind. Beim Spaziergang begeben Sie sich auf eine Art Weltreise von Kalifornien bis nach Alaska mit einem Abstecher über die Anden. Abgesehen davon, dass eine derartige Bepflanzung ein eigenartiges Bild abgibt, wird diese noch verstärkt dadurch, dass jedes Waldstück im Wachstum seine eigene Entwicklung nimmt. Bäume und Büsche wachsen in vertrautem Umfeld, so dass jeder mehr von seinem typischen Wachstum behält und seine prächtige Krone entwickeln kann oder den Büschen darunter seinen Schatten spendet.

 

Die einzelnen Parzellen (Gruppen) werden oft umgeben – oder getrennt – von Lichtungen oder Alleen, durch die das Licht wundervoll hindurch fällt. Fotoliebhaber sollten ihre Kameras nicht vergessen!

Eine oftmals reichlich diskrete Kennzeichnung gibt die Parzelle an, bei der Sie sich befinden. Sie verweist auf den Lageplan des Arboretums. Ohne diesen kann man sich nicht zurechtfinden; vergessen Sie also nicht, ihn von dieser Webseite auszudrucken.

zu diskrete Kennzeichnung

 

in den Lichtungen zu findende Bäche

Am besten entdecken Sie die Reichtümer des Parks, wenn Sie die Lichtungen durchstreifen. Größere und kleinere Teiche sind durch kleine Bäche oder Rinnsale miteinander verbunden und von hohen Gräsern gesäumt, so dass eine wundervolle Naturlandschaft entstanden ist. Wenn Sie meinem Rat folgen wollen und die Waldlichtungen durchstreifen, achten Sie auf festes undurchlässiges Schuhwerk.

 

Ein Besuch des Arboretums ist jedoch durchaus sehr gut auf den breiten Alleen und festen Wegen möglich, auch mit Kinderwagen und selbst mit Rollstühlen. Der schönste Zugang ist zweifellos der über die Königliche Promenade, die sich durch den Park windet. Ich werde weiter unten zwei Routen vorschlagen, die sich besonders für bestimmte Bedürfnisse eignen. Die meisten Wege sind nur für Fußgänger vorgesehen. Da der Park eine große Anzahl Koniferen und andere immergrüne Gewächse enthält, ist er das ganze Jahr über in seiner vollen Schönheit zu besuchen.

 

Arboretum von Tervuren: die Königliche Promenade Arboretum von Tervuren: Wunderschöne Königliche Promenade Arboretum von Tervuren: die Königliche Promenade lädt zum träumen ein...

Die Königliche Promenade oder "Koninklijke wandeling"

 

Das Arboretum beherbergt die typischen Gewächse der Nordhalbkugel (gemäßigte Zonen) aus vierzig verschiedenen Gegenden. Die ersten zwanzig sind aus der Neuen Welt (USA und Kanada, mit der besonderen Ausnahme der Araucarien – imbricata – aus Südamerika); die anderen zwanzig stammen aus der Alten Welt (Europa, Asien, Nordafrika).

Diese Baumgruppen sind numeriert und oft noch unterteilt in Sektionen (a, b, c, d). Die alphabetische Unterteilung bezieht sich auf Subregionen mit gleichartiger Herkunft (z.B. 28 a, b, c: Korsika, untere Cevennen, Kalabrien), oder auf verschiedene Höhenlagen innerhalb desselben Gebietes (z.B. nordkalifornisches Küstengebirge, mit 6 a für Höhenlagen unter 1000 m und 6 b zwischen 1000 und 1800 m).

Im Ostteil des Arboretums stehen die Pflanzen der Alten Welt, im Westteil die der Neuen Welt. Jeder Teil verdient für sich allein einen Besuch, selbst wenn für uns Europäer zweifellos ein Besuch der Neuen Welt beeindruckender oder jedenfalls exotischer ist aufgrund seiner Mammutbäume, Araucarien und Douglastannen.

 

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Ähnliche Seite zu den Schätzen der Alten Welt!   


Der Mammutbaum (Sequoiadendron gigenteum) hat seine natürliche Heimat an den westlichen Hängen der Sierra Nevada in Kalifornien. Der Sequoia-Nationalpark ist ausschließlich ihm gewidmet. Der so genannte „General Sherman“ ist der bekannteste und größte mit 83,8 m Höhe und einem Stammumfang von 31,1 m. Bei der Berechnung seiner Masse wird er oft als der größte Baum der Welt bezeichnet. Ungefähr 10 Exemplare stehen in Gruppe 7 a. Sie erreichen bereits eine Höhe von 30 m und mehr.

sequoiadendron

Die immergrüne Sequoia, Küstenmammutbaum oder Redwood (Sequoia sempervirens) hat im küstennahen Gebirge Nordkaliforniens ihr natürliches Verbreitungsgebiet. Der Baum ist riesig, aber nicht so dick wie der Mammutbaum. Einige erreichen mehr als 100 m Höhe; der höchste Baum der Erde ist 112 m hoch! In Tervuren lässt der Wuchs des Redwood viel zu wünschen übrig, da er unter Frost leidet, so dass nur noch wenige Exemplare zu finden sind, und zwar in Gruppe 6 a, umgeben von Westlichen Hemlocks (Tsuga heterophylla).

 

Die Araucarie , auch Schlangenbaum – in Belgien auch „Affenkummer“ genannt (Araucaria araucana und Araucaria imbricata) ist der einzige Baum der südlichen Hemisphäre im Arboretum, ein eigenartig gewachsener Baum mit Schlangenästen, die mit typischen dreikantigen harten Stacheln (Nadeln) besetzt sind. Man sieht ihn oft in Parks und Vorgärten, wo er durch seinen seltsamen Wuchs auffällt.

Der in der deutschen Sprache nicht geläufige Name „Affenkummer“ bezieht sich auf die scharfen dornenartigen Nadeln; allerdings gibt es in seiner Heimat gar keine Affen. Immerhin könnte ein Affe ihn ohne weiteres besteigen, aber der Abstieg wäre sehr dornig. . . Der Araucarienhain (Gruppe 10) ist wohl der exotischste Teil des Arboretums.

 

Die Douglasie, (Pseudotsuga Menziesii) ist ein weiterer Riese unter den Bäumen. Es war eine Douglasie, die leider nicht mehr lebt, welche den Höhenrekord hält (127 m in Britisch Columbien, 1895). Dieser Baum, den man auch in Europa häufig antrifft, wird hier meistens nicht höher als 50 m. Eine gute Anzahl davon findet man in den Gruppen 2 b, 3, 4, 5 und 6.

Dieser Baum wurde im Jahre 1827 durch den Engländer David Douglas eingeführt. Sein Ursprungsgebiet liegt zwischen den Rocky Mountains und dem Pazifik, von Kanada bis Mexico. Er hat eine Lebenserwartung von etwa 2000 Jahren. Eine Unterart, die Gebirgs-Douglasie, ist kleiner und hat bläuliche Nadeln. Sie findet sich auch in Colorado (Gruppe 9).

 

Die Amerika-Kastanie (Castanea Dentata) ist ein legendärer Baum geworden.

Bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts hat dieser Baum eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung und Besiedlung der jungen Vereinigten Staaten gespielt (Ernährung, Bau und Industrie).  Östlich des Mississippi war jeder vierte Baum eine solche Kastanie. Anfang 1904 wurde der Bestand von einem parasitären Schimmelpilz derart befallen, dass sie fast völlig ausstarb, wodurch von Norden bis Süden riesige Wälder innerhalb weniger Jahrzehnte verschwanden. Dieser Schimmelpilz wurde zufällig aus Asien eingeführt und hat in den Vierziger Jahren das Aussterben verursacht. Die wenigen heute existierenden Exemplare werden bereits vor der ersten Fruchtreife befallen.

Den hundertjährigen Kastanien im Arboretum ist dieses Schicksal bisher erspart geblieben; sie sind die verbliebenen Zeugen dessen, was mit ihrer Art geschah . . .Ein großes Wiederansiedlungsprogramm mit immunisierten Stämmen läuft in den USA; die Website der „American Chestnut Foundation“ kann Ihnen dazu Einzelheiten vermitteln.

Das Arboretum beherbergt natürlich auch europäische Kastanien unter seiner Sammlung der Arten der Alten Welt. Eine besondere Seite ist diesen zwei Arten gewidmet.

 

Die Weihrauchzeder (Calocedrus decurrens) ist ein stattlicher, säulenartig gewachsener Baum aus der Familie der Zypressengewächse. In seiner Heimat an der amerikanischen Westküste kann er Höhen von 30 bis 50 m erreichen; eine Rekordhöhe von 70 m wurde gemessen. Seine rötliche streifige Rinde erinnert an den Mammutbaum. Er ist eine schlanke, regelmäßig wachsende Konifere, die man in unseren Parks und Gärten oft in Reihen angepflanzt sieht. Die Tervurener Gruppe der „Calocedern“ ist wirklich spektakulär, absolut nicht alltäglich und äußerst photogen. Sie befindet sich am nordöstlichen Rand der Gruppe 7.

 

Die Sitkafichte (Picea Sitchensis) hat ihren Namen von der Insel Sitka vor Alaska. Sie wächst entlang des nördlichen Bereichs der Pazifikküste (Alaska, Britisch Kolumbien, Vancouver-Insel) in besonders feuchtem Klima, das Nebelgürtel (fog belt) genannt wird. Sein sehr beliebtes Holz wurde auf vielerlei Art genutzt: Wir nennen hier nur die Folk-Gitarre und u.a. die De Havilland-Mosquito, ein Flugzeug aus dem 2. Weltkrieg mit Holzrahmen.

Der Baum kann 700 – 800 Jahre alt werden; derzeit ist der größte Baum Kanadas eine Sitkafichte von 95 m Höhe auf Vancouver-Island.

Die Sitkafichte findet man häufig in den Gruppen 1 und 2. Falls Sie den Disneyfilm „Bärenbrüder“ gesehen haben, sollte Ihnen der Name Sitka bekannt vorkommen.


Der Amberbaum oder Liquidambar (Liquidambar styraciflua) wird in englisch auch „Sweetgum“ genannt, weil er ein Harz liefert, das früher für Kaugummi verwendet wurde. Er ist an der Ostküste und im Südosten der USA beheimatet und ist berühmt auch wegen seiner goldgelben bis purpurroten Herbstfärbung.  

Hier entdecken (FR)...


Liquidambar


Viele andere Arten im Arboretum verdienen ebenfalls Aufmerksamkeit: z.B. der Riesenlebensbaum, die Vancouvertanne oder Riesensilbertanne, Die Ponderosa-Kiefer, Hemlocktannen (Tsuga), ohne von den Sammlungen der Neuen Welt zu reden!

Das Arboretum beherbergt viele Schätze, die sich nicht immer einfach erschließen: Nehmen Sie sich die Zeit, sie zu entdecken, die Zweige zu untersuchen, die Stellung der Nadeln, die Form der Blätter, die Früchte und Zapfen, die Rindenstruktur, die allgemeine Silhouette des Baumes oder gar seinen Duft!

Treten Sie einige Schritte zurück, um die Bäume in ihrer vollen Schönheit zu betrachten, die sich bei jeder anderen Beleuchtung in neuer Weise erschließt.





Die Möglichkeiten im Arboretum sind endlos; Sie können bei jedem Besuch neue Wege entdecken! Für die einmaligen Besucher schlagen wir jedoch zwei Routen vor, die sich auf die Sammlungen aus der Neuen Welt konzentrieren. Die erste ist für Besucher mit eingeschränkter Beweglichkeit geeignet und verläuft deshalb auf den weiten Alleen. Die zweite wird Sie in die Niederungen der Wiesentäler und entlang der Teiche führen; ein klein wenig abenteuerlicher, aber ohne wirkliche Schwierigkeiten und absolut nicht gefährlich!
Wenn Sie die Route Ihrer Wahl anklicken, erhalten Sie den entsprechenden Plan.




zwei Routen



Die Routen durch die Alte Welt werden ebenfalls hier vorgeschlagen.


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